Wir sind die Gauner der Nation

Text/Musik: Werner Winkel
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Wir sind die Gauner der Nation, aber das wisst ihr ja schon
Doch wird uns nicht nachgestellt, von keinem Gericht der Welt.
Denn wir mogeln ganz legal, im Grunde sind wir sehr sozial.
Wir woll`n nur euer Bestes, wir woll`n nur euer Geld.

Wir sind die Bank mit gutem Namen
Mit selbstbewussten Herren und eleganten Damen
Wir wissen, wie man den Rubel schmiert
Denn wir sind die, die diese Welt regiert.
Hast du Geld, hast du Kohle oder sonstiges Vermögen,
dann bist du bei uns am rechten Ort.
Wir beraten dich korrekt, weil wir dich so gerne mögen.
Bei uns zählt noch ein Ehrenwort.
Du bekommst Immobilien, Fonds und Obligationen
Wertpapiere, jedes Geldprodukt
Ja einfaches Papier machen wir zu Millionen
Es wird bei uns ganz einfach frisch gedruckt.

Wir sind die Gauner der Nation…

Neulich kam zu uns `ne Dame, was haben wir gelacht.
Sie war mitte fünfzig und lebte allein.
Sie hat uns ihre sämtlichen Ersparnisse gebracht,
sie woll’t im Alter abgesichert sein.
Wir haben ihr `nen Rentenfond mit Laufzeit angedreht,
das brachte uns `ne Riesenprovision.
Ausgezahlt nach hundert Jahren, wenn der Kunde überlebt.
Jedoch entfällt es bei einer Reinkarnation.

Wir sind die Gauner der Nation…

Und geht es uns mal nicht so gut, das kann ja auch mal sein.
Dann haben wir uns einfach mal verzockt.
Dann kommt der Staat und hilft, setzt Steuergelder ein.
So wird die Krise kurzerhand geblockt.
Dann fließen die Milliarden, doch wer zahlt die Zeche nun.
Da sieht mancher Kleinanleger nicht gut aus.
Doch wir sind seine Familie, dafür wird er alles tun.
Und gibt dafür auch gerne Hof und Haus.

Wir sind die Gauner der Nation…

Nun, es kann sich mal ergeben, denn umsonst ist nichts im Leben
Dass von eurer Kohle nicht viel bleibt.
Wenig Zinsen, viel Prozente, da bleibt nicht viel für die Rente.
Die Inflationen, die frische Blüten treibt.
Denkt an unsre Provisionen, die Gehälter die Millionen
Unsre Häuser, die auf teurem Boden stehn
Ja der Vorstand braucht zum Baden, nun mal seine Milliarden,
doch ich weiß, das werdet ihr das verstehn.

Wir sind die Gauner der Nation…

Schluss:
Doch ein Geheimnis will ich noch verraten,
was wir tun mit unsrem eigenen Dukaten.
Vorbei an Staat und Steuersumpf,
wir packen uns`re Kohle in den Strumpf.

Ich hab die Rechnung ohne dich gemacht

Ich hab die Rechnung ohne dich gemacht           Text/Musik: Werner Winkel

Ich wollte einfach nur so leben, weiter an dem Leben kleben, wie es war.
Meine Zeitung früh am Morgen, meine Arbeit gut besorgen, das war klar.
Jeden Mittwoch dann zum Kegeln, auch am Wochenende Regeln mit dem Sport
Für die Spannung sorgt das Fernsehn, mal mit Lotto, Spaß verstehen oder Mord.

Ich konnt` auf alles Antwort geben, Fragen, die zum Himmel schweben, gab es nicht.
Von der Liebe kann ich sagen, Sex an ganz bestimmten Tagen, das war Pflicht.
Als du fragtest nach der Rente, wenn der Tod mich von dir trennte, wusst` ich Rat.
Hab versichert Haus und Stühle, meine Seele, die Gefühle, akkurat.

Ich hab die Rechnung ohne dich gemacht,
Plötzlich standst du neben mir..
Hast mich dabei nur angelacht,
Ne, mein Lieber, nicht mit mir.

Hey, was hat mich da gebissen, ist das plötzlich mein Gewissen, was ist los.
Ich verliere die Kontrolle, bin schon völlig von der Rolle, fassungslos.
war doch immer unbescholten, hab` getan, was andre wollten, wo war ich?.
Manchmal hatte ich schon Pläne, wollte Rat, bekam nur Häme, lächerlich.

Ich hab` die Rechnung …

Wir wollen alles, nur nichts ändern,
weil uns der Trott am Herzen liegt.
Mit Sicherheit durchs Leben schlendern,
bis der Trott das Herz besiegt.

Ist das unser ganzes Leben. Hey, da muss es noch was geben, aber wann.
70 Jahre, bis zur Rente, zwischenzeitlich Glücksmomente und was dann.
Ne, ich will jetzt nicht mehr warten, ich wird` auf der Stelle starten, ich muß fort.
Werde meine Reise buchen, meine eignen Ufer suchen, jetzt sofort.

Ich hab die Rechnung ohne dich gemacht,
Plötzlich standst du neben mir.
Hast mich dabei nur angelacht,
Ne, mein Lieber, nicht mit mir.

Ich hab` die Rechnung …

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Lifting

Lifting     Text/Musik: Werner Winkel

In der Fußgängerzone hat vor kurzer Zeit ein neuer Laden aufgemacht
Zwischen Eisdiele, Aldi und dem Geschäft für folkloristische Tracht.
Auf dem Schild steht zu lesen: Institut für Korrektur und Plastik-Chirurgie.
Ab einem Euro gibt´s n neues Outfit für ihre Physiognomie.

Ich geh hinein, eine nette Vorzimmerdame grinst mich freundlich an
Ich bin erfreut, stelle Fragen, sie grinst immer noch, weil sie nicht anders kann.
Sie reicht mir den Katalog auf dem Titel eine Dame makellos die Proportion.
Sie sagt, im Anhang finden Sie für kleines Geld unsre Rabattsonderaktion.

Refrain: Ja, am Montag, da ist Lifting Tag, da hält uns nichts zu Haus
Mit Botox, Fett absaugen, Stretchen kennen wir uns mittlerweile aus.
Andre gehen zum Kegeln, spielen Karten oder so
Laufen um die Wette oder gehen zum Figaro
Doch uns macht Körpertuning froh.

Ich blättere im Katalog und wundere mich, was es so alles gibt.
Wie man die Körperteile einfach mal an völlig andre Stellen schiebt.
Da hat man einem Herrn das Brusthaar ganz geschickt aufs Haupt platziert.
Er geht seitdem gebeugt, hält sich bedeckt, und wirkt irgendwie reserviert.

Ein Hochglanzfoto Großformat hat meine Neugierde geweckt
Ein fremdes Wesen, denke eine Frau, ich weiß nicht, was dahinter steckt.
Das Gesicht total bedeckt, nur die Lippen riesengroß, erinnern an den Sitz vom Klo.
Und dank Zentner Silikon hat sie mächtig Holz vorm Bungalow.

Refrain: Ja, am Montag, da ist Lifting-Tag, …

Das Wartezimmer voll, ich frage mich, was woll`n die alle nur.
Doch heute haben die im Angebot: Ohr und Nasenkorrektur.
Wie am Fließband kriegt man hier Riechorgane groß und klein und auch Rüssel angedreht.
Einem Mann wurde maschinell son Teil ans Ohrläppchen genäht.

Ich frag die freundliche Dame, ob das ein Fehler sei, sie reagiert jedoch
ziemlich ärgerlich, spürt eine Kritik, aber lächelt immer noch.
Ich spür Unbehagen, denke mir, es ist wohl besser, ich sag aufwiedersehn.
Fühle schon die Messer, und will später nicht als Zombie hier rausgehn

Refrain: Ja, am Montag, da ist Lifting-Tag, …

Da erschreckt mich eine Frau, ein Alien denk ich, kann ich meinen Augen traun.
Ihre Augen weit gespreizt, so kann sie zur gleichen Zeit nach allen Seiten schaun.
Das ist nötig, denn die Haut ist straff gespannt und drehen kann sie sich so nicht,
Sonst rutscht ihr aus versehen noch das Gesäß aus dem Gesicht.

Ich frag den Herrn im weißen Kittel nach den Risiken, das wär schon interessant.
Naja, es kann schon mal sein spricht er hinter vorgehaltner Hand.
Gut es gibt schon mal Probleme, manchmal kann es sein, kaum der Rede wert, nur Mut.
Dafür gibt es dann Prozente beim Beerdigungsinstitut.

Refrain: Ja, am Montag, da ist Lifting-Tag, …

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Mein Gott

Mein Gott                                                                    Text/Musik: Werner Winkel

Ich habe meinen eignen Gott,
drum trifft mich auch kein Hohn und Spott,
den man auf heilige Häupter schmiert.
Mein Gott will nicht aus mir heraus,
braucht kein Palast, kein Gotteshaus,
wo man mit Gold die Übelkeit kaschiert.

Er käme nie darauf, mich zu belehren,
geschweige denn, die zu bekehren,
die durch immer neue Himmel irren.
Sein Konterfei ziert kein Plakat.
Kein andres Medien-Format,
wird er mit seinem Wort verwirren.

Es gibt bei ihm kein Katechismus,
kein Hinweisschild, wo man jetzt hin muss.
Nein, seine Wege sind spontan.
Lässt mich durch Einbahnstraßen purzeln,
um mich wieder fest zu wurzeln.
Doch am Ende komme ich voran.

Ich kann mich sogar mit ihm streiten.
selbst dann wird er kein Zorn verbreiten.
Ihr solltet sehen, wie er dann lacht.
Doch manches Mal kann er auch weinen,
wenn wir uns lange nicht vereinen,
nach einer langen, dunklen Nacht.

Er hält sich nicht an Traditionen,
braucht keinen Zuspruch von Millionen
Er ist sich seines Daseins Wert.
Kein Mensch wird später ihn beerben,
auch nicht in seinem Namen sterben.
Sein Wort, es steht auf keinem Schwert.

Mein Gott wird niemals von mir gehen,
in mir auch keine Ängste sähen,
auch nicht vorm jüngsten Gericht.
Er droht nicht mit Höllenqualen,
zeigt auch mein Leben rote Zahlen.
Nein, er gibt mir Zuversicht.

Er träumt von keinem Paradies,
um Müßiggang mit Honig süß,
in fernen Zeiten zu erleben.
Er ist im Jetzt und nur im Hier,
so ist er permanent bei mir
und wird mir weiter Hoffnung geben.

Doch irgendwann da werde ich erkennen,
kommt der Moment, da wir uns von hier trennen.
Ich gehe fort, und du mein Gott mit mir.
Doch lieber denk`ich, du machst weiter,
denn viele brauchen ein Begleiter,
so, wie du, ich danke dir.

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Eine Nacht

Text/Musik: Werner Winkel

Du sagst kein Wort,
sitzt einfach dort,
umgeben von Menschen, die laut debattieren.
Plötzlich stehst du auf und gehst zur Tür.
Ich folge dir.

Die Nacht ist klar,
du stehst nun da,
am Baum, der seine Äste um deinen Körper legt.
Wir gehen ein Stück, ohne ein Wort zu verlier`n.
Wir beide frier`n.

Wie lange ist es denn schon her,
als in der wundersamen Nacht
ein heller Stern vom Himmel fiel.
Mir ist’s , als ob es gestern wär,
die Zeit wird klein, wenn man viel lacht,
und dieser Stern beleuchtet weiter unser Ziel.

Spür deinen Arm,
dein Atem ist warm,
als dein Mund ganz leicht meine Wange berührt.
Nebel steigt auf, und der Mond versinkt. Der Tag beginnt.