Eso-Blues

Eso-Blues Text/Musik: Werner Winkel

Ich bin völlig ausgebrannt, hab den Blues, wo soll ich hin.
Midlife-crisis, alles dreht sich, such den Lebenssinn.
Doch ich weiß, wie ich mich änder ,
im Veranstaltungskalender,
gibt es Tipps, da steht doch immer eine ganze Menge drin.

Tandra, Reiki, Power Yoga oder vielleicht Tai Chi,
Feldenkrais unter Hypnose, Belichtungstherapie,
Herzmassage, Astrotrainig, Klopfakupressur
Biodance, Qui Gong mit Ayuveda-Kur.
Was mach ich nur, was mach ich nur.

Ich bin erstaunt über die vielen Kleinanzeigen
und wund`re mich, was es so alles gibt.
Du kannst mit Obertönen singen und mit den Engeln geigen
und lernen, wie man richtig liebt
Da kann mir endlich jemand sagen, wer ich wirklich bin,
das interessiert mich schon.
Und ich denk: Werner sei mutig und greif zum Telefon.

Ich hör ein Plätschern in der Leitung hinter sphärischen Gesängen
eine Nixe säuselt mir ins Ohr
Dabei flüchten selbst die Sorgen, fühl mich frei von meinen Zwängen
komm mir wie im siebten Himmel vor.
Und so sitz ich schon am nächsten Tag mit denen, die erleuchtet
im Nirwana Kreis
und zwischen Weihrauch-Fladen schwebt die Nixe, ganz in weiß.

Ich bin völlig ausgebrannt, hab den Blues, wo soll ich hin.
Midlife-crisis, alles dreht sich, such den Lebenssinn.
Doch ich weiß, wie ich mich änder ,
im Veranstaltungskalender,
gibt es Tipps, da steht doch immer eine ganze Menge drin.

Tandra, Reiki, Power Yoga oder vielleicht Tai Chi,
Feldenkrais unter Hypnose, Belichtungstherapie,
Herzmassage, Astrotrainig, Klopfakupressur
Biodance, Qui Gong mit Ayuveda-Kur.
Was mach ich nur, was mach ich nur.

Zur Begrüßung gibt`s nen Tanz und wir reichen uns die Hände
und verklärt haucht man ein Abendlied.
alles liegt sich in den Armen, dann ein Mantra ohne Ende.
dass mich bloß keiner sieht.
Und die Nixe kommt und sagt, ich spüre deine Aura
dein Karma hat ne Fehlinformation.
du hast geburtlich ne Blockade bei der Reinkarnation.

Du warst ein Macho und ein Frauenheld im vorigen Leben
in dir sind negative Energien.
Ich spüre tausend heile Hände, die sich auf mich legen
um mir die bösen Geister zu entziehn.
und dann tanz ich wie ein Derwisch eine Stunde lang
und zum Schluss gibt`s noch ein Quanten-Ritual
Und die Nixe haucht zum Abschied: Werner, bis zum nächsten Mal.

Jetzt bin ich völlig von der Rolle, total desorientiert
Midlife-crisis, längst vergessen, mein Immunsysten blockiert
Auch schmerzen meine Glieder
seh die Nixe niemals wieder.
Eigentlich schade, denn der Macho und der Frauenheld hätt mich schon interessiert.

Tandra, Reiki, Power Yoga oder vielleicht Tai Chi,
Feldenkrais unter Hypnose, Belichtungstherapie,
Herzmassage, Astrotrainig, Klopfakupressur
Biodance, Qui Gong mit Ayuveda-Kur.
Was mach ich nur, was mach ich nur.
Was machen sie nur, was machen sie nur.

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Vielleicht kann man es noch gebrauchen

Vielleicht kann man es noch gebrauchen.               Text/Musik: Werner Winkel

Refrain: Wer weiß, vielleicht kann man es noch gebrauchen.
Wer weiß, wofür es noch mal wichtig ist.
Ein Geschenk oder Kauf,
egal, wir heben alles auf.

Auch die Marmeladengläser schmeißen wir nicht weg.
Der Nachttopf ist verrostet, hat irgendwo ein Leck.
Ein Erbstück von Gertrude, da hängen wir schon dran,
mit dem man später sicher noch Geschäfte machen kann.

Plattenspieler, Beinprothese, Fotoapparat,
nicht mehr funktional, ein Zigarettenautomat.
Das Bild mit diesem Hirsch, das du mir vor Jahren gabst.
und vom Urlaub noch ein buntes Bilderbuch vom Papst.

Refrain: Wer weiß, vielleicht…

Viele Tassen, Teller und das braune Telefon,
schick gehüllt in der verzierten Gobelin -Version.
Von Karin dieses Kunstwerk, ein Clown, der dich anlacht,
aus Wäscheklammern mit viel Mühe, liebevoll gemacht.

Und für den Fall der Fälle, fallen mir die Zähne raus,
hab` ich gottseidank den Zahnersatz von Onkel Klaus.
Der Fön ist zwar kaputt, da kriegt man immer einen Schlag,
doch gibt es immer einen, den man sowas schenken mag.

Refrain: Wer weiß, vielleicht…

Kisten voller Briefe vom geplatztem Liebestraum
und jedes Jahr dazu ein neuer Tannenbaum.
Der Schrank von Tante Erna, perforiert von einem Wurm.
Und aus Plastikgold ein wunderschöner Eifelturm.

Wir heben alles auf, das braucht man sicher noch
Alles wird wieder modern, na klar, das weißt du doch.
Das Kursbuch von der Reichsbahn, hat Aktualität,
denn heute fall´n die Züge oder und kommen zu spät.

Refrain: Wer weiß, vielleicht…

Der Keller ist belegt, da geht schon längst nichts mehr.
Der Boden kracht und biegt sich unter dem Gewicht schon sehr.
Die Garage überfüllt, die Küche vollgestellt,
und wenn die Stube dicht ist, ha, dann wohnen wir im Zelt.

Refrain: Wer weiß, vielleicht…

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Die Tänzerin

Die Tänzerin                                                        Text/Musik: Werner Winkel

Kennst du die Tänzerin aus Porzellan, die auf der Spieluhr steht.
bei leiser Musik ganz simultan ihre Pirouetten dreht.

Ich lausche der Spieluhr, wie schön sie klingt, diese liebliche Melodie,
und dann hör ich die Tänzerin, wie sie singt, in meiner Fantasie.

Refrain: Ich tanze, weil ich tanzen will auf der Bühne meiner Welt.
Denn mein Herz steht beim Tanzen nicht still. Ich tanz, bis der Vorhang fällt.

Und erstickt mich der Zweifel mit Melancholie, dann dreht meine Spieluhr sich.
die Tänzerin singt meine Melodie und tanzt dann nur für mich.

Ich schau der Tänzerin tief ins Gesicht und kann ganz nah bei ihr sein.
Allmählich erwacht meine Zuversicht, und ich stimme mit ihr ein.

Refrain: Ich tanze, weil ich …

Refrain: Ich singe, weil ich singen will auf der Bühne meiner Welt.
Denn mein Herz steht beim Singen nicht still. Ich sing` bis der Vorhang fällt.

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Wir sind die Gauner der Nation

Text/Musik: Werner Winkel
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Wir sind die Gauner der Nation, aber das wisst ihr ja schon
Doch wird uns nicht nachgestellt, von keinem Gericht der Welt.
Denn wir mogeln ganz legal, im Grunde sind wir sehr sozial.
Wir woll`n nur euer Bestes, wir woll`n nur euer Geld.

Wir sind die Bank mit gutem Namen
Mit selbstbewussten Herren und eleganten Damen
Wir wissen, wie man den Rubel schmiert
Denn wir sind die, die diese Welt regiert.
Hast du Geld, hast du Kohle oder sonstiges Vermögen,
dann bist du bei uns am rechten Ort.
Wir beraten dich korrekt, weil wir dich so gerne mögen.
Bei uns zählt noch ein Ehrenwort.
Du bekommst Immobilien, Fonds und Obligationen
Wertpapiere, jedes Geldprodukt
Ja einfaches Papier machen wir zu Millionen
Es wird bei uns ganz einfach frisch gedruckt.

Wir sind die Gauner der Nation…

Neulich kam zu uns `ne Dame, was haben wir gelacht.
Sie war mitte fünfzig und lebte allein.
Sie hat uns ihre sämtlichen Ersparnisse gebracht,
sie woll’t im Alter abgesichert sein.
Wir haben ihr `nen Rentenfond mit Laufzeit angedreht,
das brachte uns `ne Riesenprovision.
Ausgezahlt nach hundert Jahren, wenn der Kunde überlebt.
Jedoch entfällt es bei einer Reinkarnation.

Wir sind die Gauner der Nation…

Und geht es uns mal nicht so gut, das kann ja auch mal sein.
Dann haben wir uns einfach mal verzockt.
Dann kommt der Staat und hilft, setzt Steuergelder ein.
So wird die Krise kurzerhand geblockt.
Dann fließen die Milliarden, doch wer zahlt die Zeche nun.
Da sieht mancher Kleinanleger nicht gut aus.
Doch wir sind seine Familie, dafür wird er alles tun.
Und gibt dafür auch gerne Hof und Haus.

Wir sind die Gauner der Nation…

Nun, es kann sich mal ergeben, denn umsonst ist nichts im Leben
Dass von eurer Kohle nicht viel bleibt.
Wenig Zinsen, viel Prozente, da bleibt nicht viel für die Rente.
Die Inflationen, die frische Blüten treibt.
Denkt an unsre Provisionen, die Gehälter die Millionen
Unsre Häuser, die auf teurem Boden stehn
Ja der Vorstand braucht zum Baden, nun mal seine Milliarden,
doch ich weiß, das werdet ihr das verstehn.

Wir sind die Gauner der Nation…

Schluss:
Doch ein Geheimnis will ich noch verraten,
was wir tun mit unsrem eigenen Dukaten.
Vorbei an Staat und Steuersumpf,
wir packen uns`re Kohle in den Strumpf.